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Ironie bei der Hamelner Rattenfängersage-Kulturelle Identität und Lokalität-

  • Journal of Humanities
  • 2009, (43), pp.61-83
  • Publisher : Institute for Humanities
  • Research Area : Humanities > Other Humanities
  • Received : December 31, 2008
  • Accepted : February 12, 2009

Jeong-Hee Bae 1

1한국해양대학교

Candidate

ABSTRACT

Die vorliegende Arbeit greift Themen auf, die in den Kulturwissenschaften heute zu allgemeinen Diskussionsfeldern gehören: Kulturelle Identität, Kollektivgedächtnis, Lokalität und Medien. Es wird versucht, im Anschluß an diesen Themen eine Analyse bzw. Erklärung einiger Aspekte zu liefern, die für die deutsche Kultur, sowohl als Geschichte als auch als Symptom und Zukunftsorientierung, gerade konstitituierend scheinen. Die Untersuchung gliedert sich daher inhaltlich in zwei Schritte, um einmal der Geschichte und der Vergangenheit Deutschlands nachzugehen, und dann das Land als Zukunftsentwurf und in seiner Identitätsartikulation zu problematisieren. In dem Sinne geht es zuerst darum, wie kollektive Erinnerung und kollektives Gedächtnis, die/das ursprünglich mit der regionalen Geschichte verbunden wurde, in Zeiten des modernen Nationalismus zu der nationalen Identität, zur ‘Erfindung’ des deutschen Tradition zu stehen hatte. Das Verhältnis ist durchaus kompliziert, genau so wie die Problematik, die das Gegensatzpaar Zentrum-Peripherie/ Nationalstaat-Region usw. darzustellen hat. Als prägnantes Beispiel wird auf die Hamelner Rattenfängersage eingegangen. Verwiesen wird auf ihre Entdeckung durch die Romantik und ihre landesweite und epochenübergreifende Rezeption, bis sie als das bekannteste Märchen Deutschlands, ja, ‘das’ deutsche Märchen schlechthin gehalten worden war. Im Widerspruch zu solcher Karriere als Nationales Erbe ist die Sage eigentlich unvereinbar mit dem modernen deutschen Nationalismus als großen Konstrukt, der getragen ist von 4 Säulen: das Mythos von Kaiser Barbarossa im Kyffhäuser, die Germanenkult, die Ostmission bzw. Weltpolikt, und schließlich der ‘Gegen Napoleon’- Befreiungskrieg. Diese ‘imcompatiblity’ mit dem Mythos Nationalismus ist gerade in der Entstehung angelgt, denn die Sage geht auf die mittelalterliche Ostkolonialisation durch den deutschen Ritterorden im 13. Jahrhundert zurück. Die verlorengegangenen Kinder in der Sage waren die Jugendlichen, die die Heimat und Eltern verlassen hatten, wohl von dem bunt gekleideten ‘wunderbaren’ Mann zur Siedlung im Osten angeworben. An dieser Sage zeigt sich wohl der kulturelle Mechanismus, wie die lokale Erinnerung und Identität von ihrem historischen lebensweltlichen Kontext abgeschnitten als romantisch Wunderbares und allgemein menschlich tragisch Rätselhaftes, und als Allegorie von Macht und Verführung rezipiert wird. Der lange Weg der Rezeption bedeutet nun den Prozess, durch den die Erinnerung des Lokalen in die nationalgeschichtliche Vision und die nationalgeschichtliche ‘grand narrative’ eingesogen wird. Diese Spannung zwischen dem Projekt des Superkollektivs Nationalstaat und der Lebenserfahrung des kleineren Kollektivs wie Volk, Region, Land etc. ist nur zu bezeichnend für die dynamische Struktur der kulturellen Identität in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist zu interpretieren, was das Land beim 2006 Worldcup mit Skulpturen-Projekt ‘Walk of ideas’ von seiner Kultur aller Welt präsentieren wollte. Es sind lauter technische Entdeckungen und Erfindungen wie Aspirin, Gutenbergs Buchdruck usw. Aus diesen medialen und visuellen Repräsentationen scheint eine Konzeptionalisierung der kulturellen Identität durch, welche weniger auf Integration, Homogenität, und Hierarchisierung fokussiert. Wenn es hier nach dem Paradigma Parallelität, Heterogenität und Gleichrangigkeit verfahren wird, das hängt wohl damit auch zusammen, dass in Deutschland die kulturelle Identität immer schon nur als eine Frage der relativen Einheit der Verschiedenheit gedachtet werden konnte.

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