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Die Chronik aus der Sicht von Manasse und Josia

Kyunggoo Min 1

1에스라성경대학원대학교

Accredited

ABSTRACT

Die Analyse der Berichte über die Könige Manasse und Josia in 2. Chr. kann Erkenntnisse über den Autor der Chronik und seine Intention ermöglichen. Es ist Forschungskonsens, dass das die Urteile über diese zwei Könige im chronistischen und deuteronomistischen Geschichtswerk in Widerspruch zueinander stehen. Diese konträre Beurteilung eröffnet uns jedoch einen Zugang, um die jeweilige Perspektive und das Interesse der Autoren zu erschließen. Die Chronisten interpretieren Manasse aus einer „konsequenzialistischen Perspektive“, indem sie die Geschichte rekonstruieren, die bereits stattgefunden hat (descriptio ex eventu). Manasse ist der bösartigste König, aber zugleich derjenige, der am längsten regiert hat. Im Deuteronomium wird der „Gehorsam gegenüber dem Gesetz“ häufig mit „Langlebigkeit“ in Verbindung gebracht, was ihn aus konsequenzialistischer Perspektive zu einer positiv zu verstehenden Figur machen würde. Manasse wird aber nicht deswegen zu einer vorbildhaften Figur, da auch die Chronik all seine Vergehen darstellt. Zum Vorbild wird er jedoch durch seine durch das assyrische Exil angestoßene Umkehr zu JHWH, die ihn in der chronistischen Darstellung zu einem konsequenten Vertreter der Kultreinheit werden lässt. Dies wiederum macht ihn gewissermaßen zum Prototypen für die zurückkehrende Gemeinschaft der in Babylon Exilierten. Josia stellen die Geschichtsschreiber der Chronik hingegen als Gegenbild zu Manasse dar. Nach 2. Kön 23,25 war er ein Mann nach dem Herzen Jahwes und wurde für seinen strikten Gehorsam gegenüber der Tora gelobt. Doch obwohl er der vorbildlichste aller Könige war, warf sein plötzlicher Tod viele Fragen auf. Konfrontiert mit der Frage: „Warum ist der treue Josia getötet werden?“, nimmt der Chronikautor eine Neubewertung Josias vor, deren Ausgangspunkt folgerichtig ist, da er von seinem vorzeitigen Tod weiß. Der Historiker fällt ein negatives Urteil, indem er im Gegensatz zur deuteronomistischen Tradition von ihm berichtet, dass er „nicht auf das Wort, das aus dem Mund Gottes kam, gehört habe“. Außerdem können wir in der Beurteilung Josias durch die Chronisten einen „Prozess der Kanonisierung“ beobachten. Im Gegensatz zum Buch der Könige, das die mosaische Tora in den Mittelpunkt seiner Reformen gestellt hat, betonen die Chronisten die „Gebote und Vorschriften Davids“. Die Kanonisierung geschah nicht in einem „Augenblick“, sondern über einen „langen Zeitraum“ hinweg. Der Prophet Jeremia wird zum Beispiel in der deuteronomistischen Überlieferung gar nicht erwähnt, aber in den Chronikbüchern wird vorausgesetzt, dass Jeremia als Prophet Gottes anerkannt war. Es ist eine historische Tatsache, dass sich die Chronisten auf den Bericht der deuteronomistischen Überlieferung gestützt haben, aber sie folgen ihm dennoch nicht in ihren Urteilen über die Vergangenheit, da sie sich nicht an deren Theologie orientieren. Das Ziel der Chronisten ist es nicht, eine vergangene Epoche als solche zu beschreiben, denn vielmehr ist es ihr Ziel, anhand historischer Quellen Antworten auf die Fragen der eigenen Gegenwart zu finden. Daher müssen wir die „Erzählzeit“, in der die Chronisten zu verorten sind, erforschen, um ihre Intention angemessen zu erfassen.

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